Archiv der Kategorie: Bodensee

So geht Museum! – Das Vorarlberg Museum in Bregenz

Eigentlich wollten wir uns nur die Sonderausstellung „bergauf – bergab“ ansehen, aber dann fanden wir uns plötzlich in einem Museum wieder, das uns richtig begeisterte.

(c) vorarlberg Museum Foto: Hanspeter Schiess

(c) vorarlberg Museum
Foto: Hanspeter Schiess

Sonntagnachmittag und dazu ein Wetter, das nicht so richtig wußte, ob es sich zum Besseren oder zum Schlechteren wenden sollte. Zuhause bleiben war auch keine Alternative, das solche Sonntag-Nachmittage bei uns meistens am Schreibtisch enden. Da fiel mir ein, daß im Vorarlberg Museum in Bregenz gerade die Ausstellung „bergauf-bergab durch 10.000 Jahre Bergbau in den Ostalpen“ gezeigt wurde. Genau das Richtige für einen Ausflug an den Bodensee. Weiterlesen

4.000 Jahre Pfahlbauten am Bodensee und in Oberschwaben

Die Große Landesausstellung Baden-Württemberg „4.000 Jahre Pfahlbauten“ zu den Siedlungen am Bodensee und in Oberschwaben, von welchen 15 Fundstellen seit 2011 zum UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen“ zählen. Konzipiert und umgesetzt wurde die Ausstellung vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg und dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungsbezirk Stuttgart.

Was wird gezeigt?

Maske aus Schussenried-Riedschachen. (Original und Rekonstruktion). Die Maske aus der Jungsteinzeit gehört wahrscheinlich in den Zusammenhang der Ahnenverehrung. © Landesamt für Denkmalpflege

Maske aus Schussenried-Riedschachen. (Original und Rekonstruktion). Die Maske aus der Jungsteinzeit gehört wahrscheinlich in den Zusammenhang der Ahnenverehrung.
© Landesamt für Denkmalpflege

Thema der Ausstellung sind, wie der Titel schon sagt, die Pfahlbauten, also Häuser, welche aus langen, in den weichen Untergrund getriebenen Pfählen errichtet wurden, und die daraus entstandenen Siedlungen. Allerdings muß ich hier gleich Einspruch erheben, denn in Oberschwaben würde ich eher nicht von Pfahlbau- sondern von Feuchtbodensiedlungen sprechen. Das ist der Fachbegriff, den Archäologen für diese Art von Siedlungen verwenden. – Aber mal ehrlich, wer, außer uns Archäologen, würde mit diesem Begriff unmittelbar etwas verbinden – und „4.000 Jahre Feuchtbodensiedlungen“ als Titel einer Ausstellung? Ich weiß nicht, …!

Aber genau das zeigt die Ausstellung: Den aktuellen Forschungsstand zur Feuchtbodenarchäologie in Baden-Württemberg, ergänzt durch Funde aus den benachbarten Regionen, also der Schweiz, Österreich, Bayern, Frankreich und Italien, und einigen sehr schönen Stücken aus Slowenien.  Weiterlesen

Das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen/CH

Mit dem Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen/CH möchte ich ein weiteres regionales Museum innerhalb der Euregio Bodensee vorstellen, das wie das Franziskanermuseum in Villingen, einem ehemaligen Kloster, dem Benediktinerkloster Allerheiligen, untergebracht ist. Es ist, ein Kulturhistorisches Museum, das die Geschichte des Kantons Schaffhausen von der ersten Besiedlung im Paläolithikum bis in das 21. Jahrhundert beleuchtet. Darüber hinaus zeigt es mit der international bedeutenden „Archäologischen Sammlung Ebnöther“ einen Überblick über die frühen Hochkulturen der Welt sowie, in der Abteilung für Kunst, Bilder, Skulpturen und Grafiken aus der Zeit vom 15. Jh. bis zur Gegenwart. Und, last but not least, kann man sich hier außerdem noch über die Naturgeschichte der Region informieren.

Ein steinzeitlicher Jäger bewacht den Höhleneingang

Ein steinzeitlicher Jäger bewacht den Höhleneingang

Mich hat jedoch – wen wundert’s ? – die Abteilung „Von der Steinzeit bis zu den Römern – Archäologie der Region“ magisch angezogen. Und diesen 2012 wiedereröffneten Teil der Dauerausstellung möchte ich hier vorstellen.

Grundlage dieser Ausstellung bildet die Archäologische Sammlung des Kantons Schaffhausen, die vom Team der Kantonsarchäologie Schaffhausen unter Leitung von lic. phil. Markus Höneisen betreut und ständig erweitert wird.

Sie ist dem Rundgang durch die kulturgeschichtliche Dauerausstellung vorgelagert und beginnt im Treppenhaus, gleich neben dem Eingangs- und Kassenbereich. Fünf „Räume“ reihen sich aneinander und führen den Besucher durch die ersten 16.000 Jahre der Geschichte der Region um Schaffhausen.

Aus dem Licht ins Dunkel … Weiterlesen

Das Museum für Archäologie des Kantons Thurgau/CH in Frauenfeld

Dieses Museum ist wirklich eine kleine Reise wert! Das Museum für Archäologie des Kantons Thurgau präsentiert klar und übersichtlich die schönsten Funde, die der Thurgau zu bieten hat, und bietet dem Besucher in seinen einladend gestalteten Räumen auf ganz unpretentiöse Weise fundierte Informationen rund um die bekanntesten Fundplätze des Kantons und die Methoden, mit welchen die Wissenschaftler zu ihren Erkenntnissen gelangen.

Römische Gefäße aus Glas und Keramik, die im Museum für Archäologie in Frauenfeld/CH zu sehen sind

Römische Gefäße aus Glas und Keramik, die im Museum für Archäologie in Frauenfeld/CH zu sehen sind

Lange schon trug ich mich mit dem Gedanken, das Museum für Archäologie in Frauenfeld zu besuchen. Immer wieder wurde ich durch interessante Sonderausstellungen auf dieses Museum aufmerksam. Da Frauenfeld für mich nun aber nicht gerade um die Ecke liegt und viele dieser Sonderausstellungen in langjähriger Kooperation mit dem Archäologischen Landesmuseum auch in Konstanz gezeigt wurden, hat es doch eine ganze Weile länger gedauert bis ich diesem Museum tatsächlich einen Besuch abstatten sollte.

Erwartet hatte ich ein kleines, vielleicht nicht ganz so üppig ausgestattetes Museum (immerhin hat der Kanton Thurgau gerade einmal eine Fläche von knapp 1.000 km² – Baden-Württemberg hat im Vergleich dazu fast 36.000 km² Fläche), das vornehmlich durch kleine aber feine Sonderausstellungen Aufmerksamkeit hervorruft. Die Dauerausstellung ließ wohl keine großen Sensationen erwarten – so meine, wie sich schnell herausstellen sollte, ziemlich falsche Einschätzung! Tatsächlich werden im Museum für Archäologie des Kantons Thurgau nur wenige Fundplätze präsentiert – sozusagen die Highlights der Thurgauer Kantonsarchäologie – diese jedoch in einer vorbildlichen Art und Weise.

Blick in den Jungsteinzeit-Raum in der 1. Etage: Die hellen Räume wirken freundlich und einladend

Blick in den Jungsteinzeit-Raum in der 1. Etage: Der helle Raum wirkt freundlich und einladend

Weniger ist mehr: Fokusierung auf besondere Fundplätze

Anstatt die Ausstellungsräume mit überfrachteten Vitrinen vollzustellen setzt das Museum auf Übersicht und Klarheit. Die in der Mitte der hell und einladend gehaltenen Räume platzierten Vitrinen sind auf mehreren Ebenen sehr übersichtlich mit genau den Exponaten bestückt, welche die Besonderheit dieser Epoche explizit verdeutlichen.

Es werden alle Epochen, von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter gezeigt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Funden aus den zahlreichen und sehr gut erforschten Pfahlbausiedlungen entlang des Bodensees und des Rheins (UNESCO-Welterbe der Kultur) einerseits und auf den zahlreichen römischen Funden aus den Lagern und Siedlungen entlang des Hochrheins.

Der Goldbecher von Eschenz

Der Goldbecher von Eschenz wird in die Zeit zwischen 2.400 und 1.600 v. Chr. datiert

Eine herausragende Rolle kommt dabei Eschenz zu. Dieser Fundplatz erbrachte, neben Resten von Pfahlbauten und einem römischen Kastell mit Brückenkopf über den Rhein, spektakuläre Funde wie den berühmten bronzezeitlichen Goldbecher oder die einzigartige gallo-römische Holzstatue, die mittels Coputertomografie in augusteische Zeit datiert werden konnte.

 

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DIE PFAHLBAUTEN – Archäologie und Playmobil im ALM Konstanz

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Hornstaad (um 3900 v. Chr.): die Einbaumwerft (Quelle: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg)

Endlich ist es wieder soweit! Die neue „Archäologie und Playmobil“-Ausstellung wurde am 22.11.2015 eröffnet. Sie hat das UNESCO-Welterbe „Die Pfahlbauten“ zum Thema und ist die 9. Ausstellung in dieser Serie. Wie jedes Jahr wurde sie schon sehnsüchtig erwartet, denn erfahrene Besucher des Archäologischen Landesmuseums in Konstanz wissen genau, daß sich die Archäologen, Restauratoren und ihr Team immer was Besonderes einfallen lassen …  Weiterlesen

Ein echter Appetizer – die „Welt der Pfahlbauten“ im ALM Konstanz

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Wohnen in bester Lage – mit Blick auf den See!

Nach einer gefühlt halben Ewigkeit wurde Ende Juli endlich die völlig neu konzipierte und um einen Raum erweiterte Pfahlbauabteilung im Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg unter dem Titel „Welt der Pfahlbauten“ wieder eröffnet.

Seit letzten Sommer war der gesamte Bereich, in dem die „Welt der Pfahlbauten“ entstehen sollte, hermetisch abgeriegelt gewesen und man hatte immer nur gehört, wie hinter den Sichtschutz-Wänden gehämmert, gebohrt und gesägt wurde,. Es herrschte stets rege Betriebsamkeit und je länger die Umbauarbeiten andauerten, desto mehr stieg die Spannung und die Vorfreude auf die neue Pfahlbau-Ausstellung. Ein klein wenig Sorge mischte sich bei mir aber dann doch unter die gespannte Vorfreude. Welche bekannten und vertrauten Exponate, die ich vor allem bei den Schülerführungen so gerne eingesetzt und gezeigt hatte, werden es wohl in die neue Ausstellung geschafft haben? Ist die neue Ausstellung so konzipiert, daß man auch gut darin führen kann. – Wie „elegant“ und stimmig man eine Gruppe durch eine Ausstellung führen kann, hängt nämlich ganz entscheidend vom Aufbau einer Ausstellung ab! – Aber, ich kann es nicht anders sagen: Alle Sorge war umsonst!  Weiterlesen

Worüber man in Konstanz unbedingt mal stolpern sollte …

… die Stolpersteine!

Angeregt durch einen Tweet der @Herbergsmütter machte ich mich auf die Suche nach den Konstanzer Stolpersteinen, von deren Existenz ich zwar wußte, über die ich allerdings bisher nicht gestolpert war.

Ja, warum eigentlich? Vielleicht, weil die Stadt, wenn die Läden geöffnet haben, oft so voll ist, daß man vor lauter Passanten kaum das Pflaster sehen kann? Oder, weil ich selbst immer so geschäftig in der Stadt unterwegs bin, daß mein Kopf den Füßen immer schon einige Schritte voraus ist? Es könnte natürlich auch daran liegen, daß es in Konstanz so viele schöne alte Häuser anzusehen gibt, daß man eher hinauf als hinunter schaut. Und hinunter schauen muß man, wenn man die Stolpersteine finden möchte. – Klingt ja etwas paradox, daß man die Stolpersteine suchen muß und nicht einfach so drüber stolpert, wie es der Name verspricht …?!

Nun ja, um es nicht all zu spannend zu machen: Ich habe sie gefunden, Weiterlesen