Das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen/CH

Mit dem Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen/CH möchte ich ein weiteres regionales Museum innerhalb der Euregio Bodensee vorstellen, das wie das Franziskanermuseum in Villingen, einem ehemaligen Kloster, dem Benediktinerkloster Allerheiligen, untergebracht ist. Es ist, ein Kulturhistorisches Museum, das die Geschichte des Kantons Schaffhausen von der ersten Besiedlung im Paläolithikum bis in das 21. Jahrhundert beleuchtet. Darüber hinaus zeigt es mit der international bedeutenden „Archäologischen Sammlung Ebnöther“ einen Überblick über die frühen Hochkulturen der Welt sowie, in der Abteilung für Kunst, Bilder, Skulpturen und Grafiken aus der Zeit vom 15. Jh. bis zur Gegenwart. Und, last but not least, kann man sich hier außerdem noch über die Naturgeschichte der Region informieren.

Ein steinzeitlicher Jäger bewacht den Höhleneingang

Ein steinzeitlicher Jäger bewacht den Höhleneingang

Mich hat jedoch – wen wundert’s ? – die Abteilung „Von der Steinzeit bis zu den Römern – Archäologie der Region“ magisch angezogen. Und diesen 2012 wiedereröffneten Teil der Dauerausstellung möchte ich hier vorstellen.

Grundlage dieser Ausstellung bildet die Archäologische Sammlung des Kantons Schaffhausen, die vom Team der Kantonsarchäologie Schaffhausen unter Leitung von lic. phil. Markus Höneisen betreut und ständig erweitert wird.

Sie ist dem Rundgang durch die kulturgeschichtliche Dauerausstellung vorgelagert und beginnt im Treppenhaus, gleich neben dem Eingangs- und Kassenbereich. Fünf „Räume“ reihen sich aneinander und führen den Besucher durch die ersten 16.000 Jahre der Geschichte der Region um Schaffhausen.

Aus dem Licht ins Dunkel … Weiterlesen

Das Fürstengrab vom Magdalenenberg im Franziskanermuseum in Villingen

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Das Franziskanermuseum in Villingen ist Teil des Kulturzentrums und befindet sich in einem ehemaligen Kloster

Das Franziskanermuseum in Villingen ist Teil des Kulturzentrums und befindet sich in einem ehemaligen Kloster

Heute möchte ich eine Abteilung des Franziskanermuseums in Villingen vorstellen. Es ist eigentlich ein Stadt- und Heimatgeschichtliches Museum, das vor allem die Entwicklung der Stadt Villingen vom Mittelalter bis in die heutige Zeit zeigt. Außerdem ist ein Ausstellungsbereich der Sammlung Oskar Spiegelhalder gewidmet, zu der auch eine Uhrensammlung einschließlich der ältesten datierbaren Schwarzwalduhr aus dem Jahre 1706 gehört.

Die Abteilung jedoch, die mich als Archäologin am meisten interessiert, ist jedoch jene, in welcher das berühmte Fürstengrab aus dem Magdalenenberg bei Villingen gezeigt wird.

Ein hallstattzeitlicher Großgrabhügel

Beim Magdalenenberg handelt es sich um den größten hallstattzeitlichen Grabhügel Mitteleuropas. Er barg neben einer massiven, 6,5 x 8 m großen, zentralen Grabkammer in Blockbauweise mindestens weitere 126 Neben- bzw. Nachbestattungen. Die Anlage des Grabhügels erfolgte im Jahre 616 v. Chr., die Nachbestattungen im Hügel in den nachfolgenden einhundert Jahren. Weiterlesen

Das Museum für Archäologie des Kantons Thurgau/CH in Frauenfeld

Dieses Museum ist wirklich eine kleine Reise wert! Das Museum für Archäologie des Kantons Thurgau präsentiert klar und übersichtlich die schönsten Funde, die der Thurgau zu bieten hat, und bietet dem Besucher in seinen einladend gestalteten Räumen auf ganz unpretentiöse Weise fundierte Informationen rund um die bekanntesten Fundplätze des Kantons und die Methoden, mit welchen die Wissenschaftler zu ihren Erkenntnissen gelangen.

Römische Gefäße aus Glas und Keramik, die im Museum für Archäologie in Frauenfeld/CH zu sehen sind

Römische Gefäße aus Glas und Keramik, die im Museum für Archäologie in Frauenfeld/CH zu sehen sind

Lange schon trug ich mich mit dem Gedanken, das Museum für Archäologie in Frauenfeld zu besuchen. Immer wieder wurde ich durch interessante Sonderausstellungen auf dieses Museum aufmerksam. Da Frauenfeld für mich nun aber nicht gerade um die Ecke liegt und viele dieser Sonderausstellungen in langjähriger Kooperation mit dem Archäologischen Landesmuseum auch in Konstanz gezeigt wurden, hat es doch eine ganze Weile länger gedauert bis ich diesem Museum tatsächlich einen Besuch abstatten sollte.

Erwartet hatte ich ein kleines, vielleicht nicht ganz so üppig ausgestattetes Museum (immerhin hat der Kanton Thurgau gerade einmal eine Fläche von knapp 1.000 km² – Baden-Württemberg hat im Vergleich dazu fast 36.000 km² Fläche), das vornehmlich durch kleine aber feine Sonderausstellungen Aufmerksamkeit hervorruft. Die Dauerausstellung ließ wohl keine großen Sensationen erwarten – so meine, wie sich schnell herausstellen sollte, ziemlich falsche Einschätzung! Tatsächlich werden im Museum für Archäologie des Kantons Thurgau nur wenige Fundplätze präsentiert – sozusagen die Highlights der Thurgauer Kantonsarchäologie – diese jedoch in einer vorbildlichen Art und Weise.

Blick in den Jungsteinzeit-Raum in der 1. Etage: Die hellen Räume wirken freundlich und einladend

Blick in den Jungsteinzeit-Raum in der 1. Etage: Der helle Raum wirkt freundlich und einladend

Weniger ist mehr: Fokusierung auf besondere Fundplätze

Anstatt die Ausstellungsräume mit überfrachteten Vitrinen vollzustellen setzt das Museum auf Übersicht und Klarheit. Die in der Mitte der hell und einladend gehaltenen Räume platzierten Vitrinen sind auf mehreren Ebenen sehr übersichtlich mit genau den Exponaten bestückt, welche die Besonderheit dieser Epoche explizit verdeutlichen.

Es werden alle Epochen, von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter gezeigt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Funden aus den zahlreichen und sehr gut erforschten Pfahlbausiedlungen entlang des Bodensees und des Rheins (UNESCO-Welterbe der Kultur) einerseits und auf den zahlreichen römischen Funden aus den Lagern und Siedlungen entlang des Hochrheins.

Der Goldbecher von Eschenz

Der Goldbecher von Eschenz wird in die Zeit zwischen 2.400 und 1.600 v. Chr. datiert

Eine herausragende Rolle kommt dabei Eschenz zu. Dieser Fundplatz erbrachte, neben Resten von Pfahlbauten und einem römischen Kastell mit Brückenkopf über den Rhein, spektakuläre Funde wie den berühmten bronzezeitlichen Goldbecher oder die einzigartige gallo-römische Holzstatue, die mittels Coputertomografie in augusteische Zeit datiert werden konnte.

 

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Streßfrei ins Museum – Teil 2: In 5 Schritten vom Eingang bis in die Ausstellung

Ein Museum zu besuchen scheint ja keine große Sache zu sein … Ist es auch nicht! Es ist sogar ganz einfach: Man betritt das Museum, löst sein Ticket an der Kasse, gibt Jacke und Tasche an der Garderobe ab und genießt die Ausstellung. – Warum nur sehe ich dann immer wieder Besucher völlig ratlos im Foyer des Museums stehen oder hektisch im selbigen hin und her laufen ohne zu wissen, was sie denn nun zuerst wo tun sollen? Genau das beobachte ich immer wieder, vor allem in sehr großen Museen oder bei großen Sonderausstellungen mit hohem Besucherandrang. Und ich gebe zu, es gab auch schon Situationen im Museum, in denen ich mir ziemlich verloren vorkam. Vor allem in Museen, deren Architektur schon im Eingangsbereich so beeindruckend auf mich wirkte, daß ich „den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sah“ und ich mich hilfesuchend nach jemandem umgesehen habe, der/die mich freundlich „an die Hand nimmt“ und mir zeigt, wo‘s lang geht.

Leider stehen jedoch nicht immer nette Damen und Herren in dunklen Kostümen bzw. Anzügen bereit, die nur darauf warten, angesprochen zu werden. Da ist es gut, wenn man einen Plan hat, mit dem man, ohne diese netten Damen und Herren übermäßig zu bemühen, dorthin gelangt, wo man eigentlich hin möchte, nämlich in die Ausstellung.

Meinen persönlichen Plan, den ich im Laufe zahlreicher Museumsbesuche entwickelt habe und der in kleinen wie in großen Museen bisher immer gut funktioniert hat, bringt mich in 5 Schritten souverän von der Eingangstür bis in die Ausstellung – ganz streßfrei:

Schritt 1: Informationsvorsprung aufbauen Weiterlesen

Alle Jahre wieder …

Weihnachtszeit - Zeit der Besinnung ? (Fote: Anna Waldmann)

Weihnachtszeit – Zeit der Besinnung ? (Foto: von meiner Tochter)

… stellt sich uns diese Frage: „Was schenke ich nur … zu Weihnachten?“ –  Gut, die Läden sind prall gefüllt mit Preziosen, die an den Mann bzw. an die Frau gebracht werden wollen und mit mehr oder weniger finanziellem Aufwand kann jeder ein Geschenk für seine Lieben finden.

Mir aber wird ob dieser „Materialschlacht“ von Jahr zu Jahr unwohler. Ja, diese Massen an Parfüm-Geschenk-Packungen, die die Gänge der Drogeriemärkte unbegehbar machen, widern mich fast schon an. Alles wird mit viel Glitzer und aufwendigen Verpackungen zu exklusiven Geschenken aufgepeppt – und die Menschen kaufen, kaufen und kaufen. Ich möchte aber nicht wissen, wieviel davon, angefangen bei der überdimensionierten Verpackung, bald schon achtlos in die Ecke gestellt oder gar weggeworfen wird.

Irgendetwas in mir wehrt sich entschieden gegen diesen Massenkonsum! Trotzdem möchte auch ich meiner Familie und meinen Freunden zu Weihnachten eine Freude machen. Deshalb verschenke ich am liebsten das, was mir am kostbarsten ist: Zeit!

Zeit zum Entspannen – Zeit zum Genießen – Zeit für Kunst und Kultur – Zeit zusammen Weiterlesen

DIE PFAHLBAUTEN – Archäologie und Playmobil im ALM Konstanz

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Hornstaad (um 3900 v. Chr.): die Einbaumwerft (Quelle: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg)

Endlich ist es wieder soweit! Die neue „Archäologie und Playmobil“-Ausstellung wurde am 22.11.2015 eröffnet. Sie hat das UNESCO-Welterbe „Die Pfahlbauten“ zum Thema und ist die 9. Ausstellung in dieser Serie. Wie jedes Jahr wurde sie schon sehnsüchtig erwartet, denn erfahrene Besucher des Archäologischen Landesmuseums in Konstanz wissen genau, daß sich die Archäologen, Restauratoren und ihr Team immer was Besonderes einfallen lassen …  Weiterlesen

Revolution Neolithikum – Archäologische Landesausstellung NRW im Rheinischen Landesmuseum Bonn

Eine typisch neolithische Hockerbestattung

Eine typisch neolithische Hockerbestattung


„Vom Jägern zum Bauern – Der Sieg des Neolithikums. Der unumkehrbare Auszug des Menschen aus dem Paradies.“ 1 So titelt Harald Meller seinen Artikel  Begleitband zur Ausstellung. Darin gibt er einen Überblick über den Wechsel der menschlichen Wirtschaftsweise vom „Jagen und Sammeln“ zu „Ackerbau und Viehzucht“ Dieser Wechsel vollzig sich so grundlegend, daß heute nur noch geschätzt 50.000-60.000 Menschen als Wildbeuter leben.2 Das entspricht etwa 0,001 % der Weltbevölkerung. Das Überleben der übrigen 99,999 Prozent hängt – direkt oder indirekt – von der Landwirtschaft ab.

Ob das nun dem Auszug aus dem Paradies gleichkommt,  Weiterlesen

„Die Welt des Schattentheaters von Asien bis Europa“ im Linden-Museum in Stuttgart

P1010907Das Schattentheater ist bei uns ein wenig aus der Mode gekommen. Dabei erfreute es sich im 18. und 19. Jh. allergrößter Beliebtheit. Gut, damals gab es auch noch kein Kino, kein Fernsehen und kein YouTube. Zum Glück aber wird diese auf eine sehr lange Tradition zurückblickende Unterhaltungsform auch bei uns bis heute gepflegt und lebt im Internationalen Schattentheaterzentrum in Schwäbisch Gmünd weiter. Außerdem hat das Lindenmuseum in Stuttgart dem Schattenspiel eine Sonderausstellung gewidmet, die ich mir vor kurzem angesehen habe. Weiterlesen

Knöpfle sind KEINE Spätzle!

P1010447Neulich saß ich nach einem erfüllten Arbeitstag wieder einmal in meiner Lieblings-Bar in Konstanz, um den Tag entspannt  ausklingen zu lassen und die Zeit bis mein Zug endlich fuhr sinnvoll zu verbringen. Zwei Hocker neben mir saß ein Typ, alleine und seinem Akzent nach wohl ein Nordlicht. Nun ja, zumindest klang nichts in seiner Sprache in irgendeiner Weise süddeutsch.

Nachdem er seinen Feldsalat aufgegessen hatte, bestellte er noch ein Glas Rotwein und studierte die Speisekarte, versuchte dabei mit dem Barkeeper ein Gespräch über die gerade einsetzende Jagdsaison anzufangen und bestellte schließlich den Wildschweinbraten und versicherte sich (er war sich wohl nicht sicher, was er da genau bestellt hatte,) beim Barkeeper: „Knöpfle sind doch Spatzle, oder?“ Und ohne zu zögern antwortete dieser „Ja.“

„NEIN!“ schrie es in mir auf, „Spätzle sind KEINE Knöpfle!“ und eigentlich wäre es nun an der Zeit gewesen,  Weiterlesen

Lieblingsplätze: Das Café Hanseatica in Tübingen


Daß ich Kaffee-Trinkerin bin, dürfte spätestens seit meinem Blog-Beitrag über das Kaffee-Seminar im Kaiserstuhl bekannt sein. Wo ich meinen Kaffee aber am liebsten trinke, verrate ich nicht jedem, denn einige meiner Lieblings-Cafés sind kleine Oasen der Ruhe, die ich ansteuere, wenn ich mal wieder viel zu viel in viel zu überfüllten Zügen und Stadten unterwegs war. Und damit diese auch Oasen bleiben, erlaube ich mir, sie für mich zu behalten und nur meinen allerbseten Freunden zu verraten.

Das

Das „Hanse“ in Tübingen

Da das Hanseatica in Tübingen jedoch nicht unter diese Kategorie fällt, sondern bereits seit über 50 Jahren DIE Anlaufstelle für alle Kaffee-Durstigen in Tübingen ist, kann ich es hier ruhig vorstellen. Weiterlesen