Schlagwort-Archive: Kelten

Die „Wahren Schätze“ im Alten Schloß in Stuttgart I – Kelten

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ANTIKE

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KUNSTKAMMER

Da ist nun die neue Dauerausstellung im Landesmuseum Württemberg, die „Wahre Schätze“ seit 21. Mai 2016 eröffnet und ich habe es erst jetzt geschafft, sie mir in Ruhe anzusehen. Nun ja, „in Ruhe“ ist etwas übertrieben, denn sie ist so groß, daß man sich eigentlich dafür drei Besuche vornehmen sollte, damit man jeden der drei Teile, die „Antike“, die „Kunstkammer“ und die „Kelten“ ohne Zeitdruck ansehen kann. Ich habe mir nun erst mal einen Überblick verschafft und das, was mir am nächsten liegt, nämlich die „Kelten“ näher angesehen. Die anderen beiden Teile nehme ich bei Gelegenheit dann noch mal genauer unter die Lupe.

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Seite an Seite: der Keltenfürst von Hochdorf und der Krieger von Hirschlanden

Mit den „KELTEN“ sind hier die frühen Kelten, also die der Hallstattzeit gemeint. Es geht um die Zeit vom 8. bis zum 5. Jh. vor Chr., eine Zeit, aus der zahlreiche immens reiche Bestattungen unter großen Grabhügeln bekannt sind – und das nicht nur aus Südwestdeutschland, sondern aus einem Gebiet, das den ganzen Alpenraum umfaßte, sich im Westen bis Frankreich, im Osten bis zum Schwarzen Meer ausdehnte und im Norden bis nach Hessen und Rheinland-Pfalz sowie ins Saarland hinein reichte. In Baden-Württemberg scharen sich diese reichen „Fürstengräber“ um die beiden „Fürstensitze“ auf dem Hohenasperg und der Heuneburg, in welcher man inzwischen glaubt, die von Herodot erwähnte Stadt Pyrene gefunden zu haben. Weiterlesen

„Archäologie Schweiz“ im neu eröffneten Erweiterungsbau des Landesmuseums Zürich

Am 1. August 2016, dem Schweizer Nationalfeiertag, wurde der 111 Mio CHF teure Erweiterungsbau des Landesmuseums Zürich und zugleich auch die neue Dauerausstellung „Archäologie Schweiz“ eröffnet. Da mußte ich natürlich dabei sein! – Und nun bin ich hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Enttäuschung: Begeisterung für ein gelungenes Bauwerk, das einen phantastischen Raum für großartige Ausstellungen bietet und Enttäuschung darüber, daß die Archäologie darin so wenig Platz zugestanden wurde. Aber nun der Reihe nach …

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Der Erweiterungsbau des Landesmuseums Zürich aus der Rückansicht

Der Erweiterungsbau

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Der imposante, über zwei Geschosse führende Treppenaufgang

In einem Großprojekt wurde zwischen 2006 und 2016 die Erweiterung des Landesmuseums Zürich geplant und umgesetzt. Entstanden ist dabei ein Betonbau gigantischen Ausmaßes, der sich elegant an die Rückseite des historischen Gebäudes aus dem Jahre 1898 schmiegt. Die Architekten Christ & Gantenbein schufen hier 41.800 m³ umbauten Raum mit 7.400 m² Geschoßfläche verteilt auf 4 Geschosse, die teils durch lange, breite, über mehrere Geschosse führende oder sich schmal windende Treppen miteinander verbunden sind. Das nahezu fensterlose Gebäude läßt einen Blick nach außen nur über wenige, an Bullaugen erinnernde Lichtöffnungen zu.

Der 2016 eröffnete Erweiterungsbau des Landesmuseums Zürich vom Innenhof aus geseheh

Der Erweiterungsbau des Landesmuseums Zürich vom Innenhof aus gesehen

Trotz seiner Größe wirkte der Bau im Inneren auf mich jedoch nicht erdrückend sondern eher majestätisch. Besonders hat mich hier die Treppe beeindruckt, die hell und breit über zwei Geschosse führt.

Die Ausstellungsräume wirken teilweise hell und weit, teilweise schmal und verwinkelt, dann wieder wie kleine Seitennischen. Allein schon durch diese Architektur ist ein Gang durch das Gebäude recht abwechslungsreich. Zeitweilig hatte ich sogar das Gefühl, mich in diesem Gebäude zu verlieren.

Archäologie der Schweiz – gut versteckt

Dieses Gefühl, endlos durch Räume zu gehen, ehe man dorthin gelangt, wohin man eigentlich möchte, ergriff mich, als ich meinen ersten Rundgang durch das Gebäude beendet hatte und nach einer kurzen Pause direkt in die neue Dauerausstellung „Archäologie Schweiz“ gehen wollte. Doch das war nicht so einfach, wie ich vermutet hatte, da sie nur über die Räume der Sonderausstellung „Europa in der Renaissance“ oder über den Altbau zugänglich ist. Das heißt, man geht entweder über die große Treppe ins 2. Geschoß, dort weiter bis zum Ende des Erweiterungsbaus, wo man über ein kleines Treppenhaus in die Ausstellung im 1. Geschoß gelangt. Alternativ kann man auch durch die „Geschichte der Schweiz“ und die „Möbel und Räume Schweiz“, also durch den gesamten Altbau gehen, um zu „Archäologie Schweiz“ zu gelangen. Ich frage mich, ob man sich im Landesmuseum für diese Ausstellung etwa schämt, daß man sie so gut versteckt … aber warum denn? Weiterlesen

„Die Etrusker – Von Villanova bis Rom“

Eine Ausstellung in der Staatlichen Antikensammlung in München mit hochwertigen Exponaten, verstaubtem Ambiente und nur mit Vorkenntnissen oder Media-Guide wirklich zu genießen.

Detail eines der drei Loeb'schen Dreifüße (vermutlich San Valentino di Marsciano um 540/530 v. Chr.)

Detail eines der drei Loeb’schen Dreifüße (vermutlich San Valentino di Marsciano um 540/530 v. Chr.)

Diese Ausstellung über die Etrusker, eine der wichtigsten Kulturen des Mittelmeerraumes im 1. Jt. v. Chr., stand schon seit letztem Jahr auf meiner Wunschliste und nun habe ich es endlich geschafft, sie mir anzusehen. – Ich gebe ja zu, diese oberitalischen antiken Kulturen bilden nicht gerade einen Schwerpunkt meines fachlichen Interesses und meine Begeisterung für antike Keramik war bisher nahezu nicht existent. – Nun ja, sonst hätte ich ja wohl auch Klassische Archäologie statt Ur- und Frühgeschichte studiert. – Aber da nun einmal die etruskische Kultur einen nicht zu ignorierenden Einfluß auf die Kulturen der Hallstattzeit genommen hat, weckte der Titel der Ausstellung doch mein Interesse.

Ich versprach mir von der Ausstellung, … Weiterlesen

Das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen/CH

Mit dem Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen/CH möchte ich ein weiteres regionales Museum innerhalb der Euregio Bodensee vorstellen, das wie das Franziskanermuseum in Villingen, einem ehemaligen Kloster, dem Benediktinerkloster Allerheiligen, untergebracht ist. Es ist, ein Kulturhistorisches Museum, das die Geschichte des Kantons Schaffhausen von der ersten Besiedlung im Paläolithikum bis in das 21. Jahrhundert beleuchtet. Darüber hinaus zeigt es mit der international bedeutenden „Archäologischen Sammlung Ebnöther“ einen Überblick über die frühen Hochkulturen der Welt sowie, in der Abteilung für Kunst, Bilder, Skulpturen und Grafiken aus der Zeit vom 15. Jh. bis zur Gegenwart. Und, last but not least, kann man sich hier außerdem noch über die Naturgeschichte der Region informieren.

Ein steinzeitlicher Jäger bewacht den Höhleneingang

Ein steinzeitlicher Jäger bewacht den Höhleneingang

Mich hat jedoch – wen wundert’s ? – die Abteilung „Von der Steinzeit bis zu den Römern – Archäologie der Region“ magisch angezogen. Und diesen 2012 wiedereröffneten Teil der Dauerausstellung möchte ich hier vorstellen.

Grundlage dieser Ausstellung bildet die Archäologische Sammlung des Kantons Schaffhausen, die vom Team der Kantonsarchäologie Schaffhausen unter Leitung von lic. phil. Markus Höneisen betreut und ständig erweitert wird.

Sie ist dem Rundgang durch die kulturgeschichtliche Dauerausstellung vorgelagert und beginnt im Treppenhaus, gleich neben dem Eingangs- und Kassenbereich. Fünf „Räume“ reihen sich aneinander und führen den Besucher durch die ersten 16.000 Jahre der Geschichte der Region um Schaffhausen.

Aus dem Licht ins Dunkel … Weiterlesen

Das Kelten Römer Museum in Manching

Das Kleten Römer Museum in Manching

Das Kelten Römer Museum in Manching

Das Kelten Römer Museum in Manching stand ja schon sehr lange auf meiner Museums-Wunschliste – und zwar ziemlich weit oben. Und dieses Jahr hat es endlich mal mit einem Besuch geklappt.
Manching, das rund 10 km südlich von Ingolstadt liegt, ist der Ort an dem vor rund 2000 Jahren eines, vielleicht sogar das, bedeutendste keltische Oppidum nördlich der Alpen lag. Ein keltisches Oppidum ist eine befestigte Siedlung aus der Zeit von etwa 450 v. Chr. bis zur Mitte des 1. Jh. v. Chr. Wir Archäologen nennen diese Periode nach einem Fundort am Neuenburger See in der Schweiz „La Tène“-Zeit. In der Spätphase dieser Zeit bilden sich neben den einfachen „offenen“ (also unbefestigten) Siedlungen auch Siedlungen heraus, die durch einen Wall und einen Graben befestigt waren. Wie es dazu kam und was die Gründe für die Befestigung der Siedlungen waren, konnte bisher nicht ganz eindeutig geklärt werden. Die Funde aus diesen Oppida zeigen jedoch, daß sie eine Sonderstellung einnahmen. Vermutlich handelt es sich um Orte mit zentralörtlicher Funktion, d. h., die Bewohner der „offenen“ Siedlungen kamen hierher, um bestimmte Dinge zu erledigen, z. B. um Rechtsangelegenheiten zu regeln oder aber Handel mit speziellen Waren (aus dem Fernhandel) zu treiben. Diese Anbindung an den Fernhandel z. B. mit dem oberitalischen Raum bezeugen Funde, wie Amphoren, die, gefüllt mit Wein oder Olivenöl, nach Manching kamen, oder die vielen Münzen, mit denen man eigentlich nur im römischen Reich bezahlen konnte. – Nun ja, soviel zum Thema „Keltische Oppida“ …, aber eigentlich wollte ich ja das Kelten Römer Museum in Manching vorstellen. Weiterlesen